Förderungen für Eure digitalen Ziele

Vor einigen Wochen habe ich mich, wie wahrscheinlich viele andere, auf die Suche nach Förderprogrammen für Digitalisierungsprojekte in und um Hamburg gemacht. Ich fragte mich, wie viele Informationen ich dazu wohl in weniger als 15 Minuten bekomme.

Kurz vorweg: leider nicht sonderlich viel. Dennoch war es sehr spannend festzustellen, dass es einige Förderungen gibt, diese sogar immer mal erweitert werden, aber leider in ihrer Beschreibung irreführend sein können. Um detaillierte Informationen über alle möglichen Förderungen in und um Hamburg zu recherchieren, reichen 15 Minuten also nicht. Also habe ich mich auf die Förderungen konzentriert, die gezielt KMU (kleine und mittlere Unternehmen) unterstützen.

Wie ich Förderprogramme finde

Wie oben bereits beschrieben, kann die Suche nach Förderprogrammen umständlich sein, wenn einfach aufs Geratewohl - also auf gut Glück - gesucht wird. Man sollte auf alle Fälle die Internetseiten der Handelskammer Hamburg sowie der IfB, der Förderbank der Stadt Hamburg, und die Förderdatenbank des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zu Rate ziehen. Beide Seiten helfen dabei, sich einen groben Überblick zu verschaffen. Die zum Teil langen und nicht immer eindeutigen Richtlinien der Fördervorhaben zu lesen und zu verstehen, ist dabei allerdings nicht immer einfach. Benötigt Ihr dabei Hilfe, können Blogs weiterhelfen, die die Details der Förderrichtlinien aufbereiten und aufs Wesentliche reduziert und somit verständlich wieder bereitstellen.

Was wird in Hamburg geboten?

In Hamburg gibt es, laut der Förderdatenbank, insgesamt 87 Fördermöglichkeiten. (Stand: 03.08.2020 13:32 Uhr) Leider sind nicht alle davon auf KMU und deren Digitalisierungsvorhaben ausgerichtet. Doch nicht jedes gewerbesteuerpflichtige Unternehmen in Hamburg kann und will sich in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben stürzen. Zum Glück sind nicht alle Förderungen auf die Belange der Wirtschaft und KMU ausgerichtet, sondern stützen außerdem Bildungseinrichtungen, Kunstschaffende, Forschungseinrichtungen und Integrationsvorhaben sowie Vorhaben zum Umweltschutz und nachhaltigem Wirtschaften. Es gibt also eine Vielfalt an Fördermöglichkeiten für die verschiedensten Vorhaben, die gleichermaßen wichtig und bereichernd sind.

Nach ausgiebiger Recherche bleiben als reine Förderungen von Digitalisierungsprojekten in Hamburg, neben Krediten der kfw Bank und der ifB Hamburg, allerdings nur die Initiative go-digital und ganz neu die Initiative “Digital jetzt”, die seit dem 01. Juli verfügbar ist. Beide Förderprogramme bieten vieles, was das Herz begehrt.

go-digital - ein Überblick

go-digital ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das auf zweierlei Arten KMU unterstützt. Zum einen wird die Hälfte, also 50%, der Beratungs- und Entwicklungskosten, bis zu einer Maximalsumme von 33.000 EUR1, bezuschusst. Darüber hinaus können sich Software-, IT, Sicherheits- und alle Unternehmen, die Inhalte der Module der Förderrichtlinie nachweislich beherrschen, als Beratungsunternehmen autorisieren lassen und ihre Dienste dann KMU anbieten, die Digitalisierungsvorhaben umsetzen möchten. Damit sind sowohl Beratungsunternehmen als auch zu beratende Unternehmen beide Nutznießer dieser Initiative. Wir sind als go-digital-Berater autorisiert und haben bisher viele gute Erfahrungen gemacht. Wenn Ihr mehr darüber erfahren möchtet, sprecht uns gern an.

Grundsätzlich sind drei Bereiche, sogenannte Module, der Digitalisierung durch go-digital abgedeckt:

Digitale Markterschließung
(z.B. die Entwicklung einer Online-Marketing-Strategie)

Digitalisierung von Geschäftsprozessen
(NEU in diesem Modul: die Einrichtung von Home-Office-Plätzen)

IT-Sicherheit
(z.B. eine Risiko- und Sicherheitsanalyse der bestehenden oder neu geplanten betrieblichen IT-Infrastruktur)

Hier solltet Ihr beachten, dass das Modul IT-Sicherheit, mit 2 Tagen Umfang, immer ein Pflichtmodul darstellt. Wahlweise könnt Ihr zusätzlich eines oder beide der anderen Module in Anspruch nehmen. Diese müssen auch nicht unbedingt inhaltlich zusammenhängen. Wenn Ihr wissen möchtet, was die einzelnen Module noch an Fördermöglichkeiten beinhalten, findet Ihr auf unserer go-digital-Seite weitere Informationen dazu.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Euer gewerblich tätiges Unternehmen hat weniger als 100 Mitarbeiter:innen
Ihr liegt unter 20 Millionen Euro Jahresumsatz
Eure Niederlassung befindet sich in Deutschland und Euren Hauptumsatz macht Ihr nicht mit Beratungsleistungen
Eure De-minimis-Förderung der letzten 3 Jahre lag nicht über 200.000 Euro2

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass go-digital eine sehr gute und clevere Initiative ist, um Anreize zur Digitalisierung zu schaffen.

"Digital jetzt" - ein Überblick

Am 01. Juli 2020 hat das BMWi nun die Förderung “Digital jetzt” auf den Weg gebracht. Kleine und mittlere Unternehmen, nicht nur in Hamburg, mit 3 - 499 Mitarbeitenden, einschließlich des Handwerks und der freien Berufe, können bei dieser Initiative Zuschüsse von bis zu 70% für Investitionen beantragen. Das Antragstool, über welches die Anträge eingereicht werden können, ist ab dem 7. September 2020 auf der Seite des BMWi verfügbar.

Zwei Module stehen dabei zur Wahl:

Investition in digitale Technologien
(z.B. die Anschaffung von neuer Hard- und Software, welche die interne und externe Vernetzung der Unternehmen fördern)

Investition in die Qualifizierung der Mitarbeitenden
(z.B. Weiterbildungsmaßnahmen zur Digitalen Transformation bzw. in digitalen Technologien)

Anders als bei go-digital, gibt es hier kein Pflichtmodul. Ihr könnt wahlweise eines der Module oder auch beide in Anspruch nehmen. Entscheidet Ihr Euch für beide Module, müssen diese, wie bei go-digital, nicht unbedingt inhaltlich zusammenhängen.

Welche Voraussetzungen gibt es?

  • Euer gewerblich tätiges Unternehmen hat zwischen 3 - 499 Mitarbeiter:innen
  • Eure Niederlassung bzw. Betriebsstätte, in der die Investition erfolgt, befindet sich in Deutschland
  • Ihr habt einen Digitalisierungsplan erarbeitet, den Ihr vorlegen müsst, um die Förderung zu erhalten
  • Ihr habt zum Zeitpunkt der Antragstellung/Bewilligung noch nicht mit dem Digitalisierungsvorhaben begonnen
  • Eure De-minimis-Förderung der letzten 3 Jahre lag nicht über 200.000 Euro3

Wie hoch ist die Förderung?

Wie hoch die neue Förderung ausfällt, hängt dabei von der Größe des Unternehmens ab. Die Staffelung der Zuschüsse für Anträge, die bis zum 30. Juni 2021 eingereicht werden, sieht so aus:

  • Bis 50 Mitarbeitende: 50% Förderung
  • Bis 250 Mitarbeitende: 45% Förderung
  • Bis 499 Mitarbeitende: 40% Förderung

Ab dem 01. Juli 2021 sinken die Förderquoten dann für alle eingehenden Anträge um jeweils 10%.

Als Einzelunternehmen könnt Ihr so eine maximale Fördersumme von 50.000 EUR erhalten. Die Untergrenze für die beantragte Fördersumme beträgt 17.000 EUR im Modul 1. Diese Grenze gilt auch, wenn Ihr die Module 1 und 2 gleichzeitig in Anspruch nehmt. Die Untergrenze für das Modul 2 liegt bei 3.000 EUR.

Es gibt außerdem die Möglichkeit, Bonusprozentpunkte zu erhalten und dadurch die Förderquote auf bis zu 70% zu erhöhen. Welche Voraussetzungen Ihr mit Eurem Unternehmen dafür erfüllen müsst und weitere Details zu “Digital jetzt”, findet Ihr hier.

Digitalisierungsberater finden

Was wir Nerdlichter Euch als Digitalisierungsberater bieten können, erfahrt Ihr HIER. In jedem Fall übernehmen wir für Euch die gesamte Projektsteuerung vom Antrag der Fördermittel bis zum Nachweis der Verwendung. Kommt einfach mit Eurem Projekt auf uns zu!4

Weitere Beraterunternehmen für das Programm go-digital findet Ihr mit einem Blick auf die Beraterkarte. Dort erhält man einen Überblick über die verschiedenen Berater in ganz Deutschland. Für die Initiative “Digital jetzt” gibt es so eine Übersicht bislang nicht. Wir halten Euch aber gern über die neuesten Entwicklungen in unserem Newsletter auf dem Laufenden.

Sonstige Fördermöglichkeiten

Wer nicht solange warten möchte und/oder den Mut hat, ohne eine der genannten Förderung die Digitalisierung des Unternehmens voranzutreiben, interessiert sich vielleicht für den ERP-Digitalisierungs- und Innovations­kredit der kfw Bank, der immerhin 3% des Kreditvolumens bezuschusst, oder das Darlehen Hamburg-Kredit Innovation der ifB Hamburg. Diese Möglichkeiten stellen wir Euch aber ein anderes Mal im Detail vor.

Insgesamt freuen wir uns sehr über die Entwicklung, dass Politik und Wirtschaft die Wichtigkeit sowie Dringlichkeit der Digitalen Transformation erkannt haben und nun vermehrt Anreize schaffen, uns alle für die Zukunft zu wappnen. Bei diesem Schritt, Eure Digitalvorhaben voranzutreiben, unterstützen wir Euch gern persönlich oder empfehlen Euch bei Bedarf Partner unseres Vertrauens aus unserem Netzwerk.

1 — Mit 50% gefördert wird ein Berater-Tagessatz bis zu 1.100 Euro (ohne Umsatzsteuer). Unser Tagessatz liegt in diesem Rahmen.

2 — “Bei der De-minimis-Regelung darf der Gesamtbetrag der einem Unternehmen von einem Mitgliedstaat der EU gewährten De-minimis-Beihilfen innerhalb eines fließenden Zeitraums von drei Steuerjahren den Betrag von 200.000 Euro nicht überschreiten (bei Unternehmen des gewerblichen Güterverkehrs 100.000 €). Die bisherigen De-minimis-Beihilfen des beratenen Unternehmens einschließlich der verbundenen Unternehmen müssen bei der Antragstellung im Förderprogramm go-digital angegeben werden. (Rechtsgrundlage VO (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU auf De-minimis-Beihilfen. (ABl. L 352 vom 24.12.2013, S 1)).” Quelle: innovation-beratung-foerderung.de/INNO/Navigation/DE/go-digital/FAQ/faq.html

3 — “Der Gesamtbetrag der einem Unternehmen von einem Mitgliedstaat gewährten De-minimis-Beihilfen darf innerhalb eines fließenden Zeitraums von drei Steuerjahren den Betrag von 200 000 Euro nicht überschreiten. Dem Antrag ist eine Erklärung in elektronischer Form beizufügen, in der der Antragsteller alle anderen ihm in den beiden vorangegangenen sowie im laufenden Steuerjahr gewährten De-minimis-Beihilfen angibt (De-minimis-Erklärung). In den in Artikel 1 Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 genannten Ausnahmefällen ist eine Förderung ausgeschlossen.” Quelle: bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet

4 — Die Projektlaufzeit darf bis zu 6 Monate betragen. Danach erstellen wir euch eine Rechnung über die Eigenbeteiligung und einen Verwendungsnachweis. Ihr zahlt uns also nur eure Eigenbeteiligung, den Zuschuss erhalten wir direkt vom Förderer. Wir erhalten nach der Prüfung also den Zuschussbetrag und ihr bekommt eure entsprechende De-minimis-Bescheinigung. Eine erneute Förderung kann ein Jahr nach Beendigung des Projekts beantragt werden.